„Begräbniskultur seit der Steinzeit“ - Themenführung

durch die Ausstellung ,,Vom Mammut zu den Merowingern“

Ort
Grünstadt
Museum im Alten Rathaus, Hauptstr. 84, 67269 Grünstadt

Veranstalter
Altertumsverein Grünstadt

Kontakt

Termine
So, 10.11.2019, 15:00 Uhr

Veranstaltungsart
Führungen

Die Sorge um die Verstorbenen ist den Menschen eigen. Erste Bestattungen wurden schon bei den Neandertalern nachgewiesen, ab der Jungsteinzeit auch größere Friedhöfe. Seit der Steinzeit geben Gräber und die darin meistens enthaltenen Beigaben wie Werkzeuge, Waffen, Keramik und Schmuck den Archäologen wichtige Informationen über das Leben unserer Vorfahren. Für manche Epochen, z. B. die der Glockenbecherkultur (2.500-2.100 v. Chr.), sind Bestattungen beinahe die einzigen Quellen, weil Siedlungsbefunde weitgehend fehlen. Die ungefähr einstündige Themenführung behandelt anhand von Exponaten der aktuellen Sonderausstellung „ Vom Mammut zu den Merowingern“ im Museum im Alten Rathaus Grünstadt alle Epochen seit der Steinzeit und endet mit den Merowingern, als nach König Chlodwigs Taufe um 500 n. Chr. die Sitte der Grabbeigaben allmählich ihr Ende fand. 

Im Laufe der Jahrtausende wechselten häufig nicht nur die Bestattungsformen (Einzel- oder Kollektivgräber), sondern auch die Bestattungsriten, also z. B. Brand- oder Körperbestattungen in unterschiedlichen Ausführungen. Neben Hinweisen auf religiöse Überzeugungen der damaligen Menschen zeigen die Gräber, ob eine soziale Differenzierung in den Gemeinschaften vorlag. Während es Phasen gab, in denen kaum Unterschiede der Besitzverhältnisse zu erkennen waren (beispielsweise von den Kollektivgräbern im frühen Neolithikum bis zur Schnurkeramikkultur im 3. Jt. v. Chr. mit weitgehend normierten Bestattungen), beginnen die Glockenbecherleute, einigen Verstorbenen „Prestigeobjekte“ wie aufwendig gefertigte Feuersteindolche und Armschutzplatten beizulegen. In der mittleren Bronzezeit wurden Hügelgräber für hochstehende Personen errichtet, in der Eisenzeit (Späte Hallstattzeit, um 500 v. Chr.) wurden besonders prunkvolle Grabausstattungen der sog. „Fürstengräber“ vorgenommen.

 Vor und nach der Themenführung besteht natürlich die Gelegenheit, auch die übrigen Exponate (alle gezeigten Funde stammen aus unserer Region) von der Altsteinzeit über die Großtiere der Eiszeiten und die Bronze- bis zur römischen Kaiserzeit und den Waffen, Werkzeugen und "Haushaltswaren" der Merowinger anzuschauen. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

 Das Museum ist donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr und zu gesondert angekündigten Terminen geöffnet. Für Kita-Gruppen, Schulklassen und andere Gruppen können nach Vereinbarung zusätzlich zu den allgemeinen öffentlichen Führungen auch Sonderführungen durchgeführt werden.